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Skinchecker: Ihr Friseur kann Leben retten

Melanom am Kopf
© Dr. Robert Kasten

24.06.2018  |   Dr. Robert Kasten

Schwarzer Hautkrebs am Kopf und am Hals ist besonders gefährlich. Selbst kann man die behaarte Kopfhaut nur schleht untersuchen. Deshalb sollte man seinen Friseur bitten, nach dunklen, roten, neuen oder veränderten Malen zu schauen. 

Sechs bis acht Mal pro Jahr gehen Menschen in Deutschland durchschnittlich zum Friseur. 

Die Hautkrebsvorsorge beim Dermatologen wird von vielen nur alle ein bis zwei Jahre in Anspruch genommen. Deshalb gibt es es eine große Chance, dass Friseure gefährliche Hautmale bei ihren Kunden erkennen können und ihren Kunden zum Dermatologen weiterleiten.

Immerhin tritt bei jedem siebtem Melanompatienten der Tumor am Kopf und am Hals auf. 

Wieso ist Hautkrebs am Kopf so gefährlich?

Über die Hälfte des schwarzen Hautkrebs (Melanom) wird von Patienten selbst erkannt. An manchen Stellen des Körpers, wie zum Beispiel am Kopf ist es für jeden Menschen jedoch sehr schwierig die eigene Haut zu untersuchen. Auch mit zwei Spiegeln kann man den behaarten Kopf oft nicht sorgfältig untersuchen. Meist verdecken Haare die Kopfhaut und gefährliche Hautmale können sich unbemerkt entwickeln und wachsen. Oft verursachen Krebserkrankungen der Kopfhaut erst spät Symptome. Deshalb weisen Melanome an der Kopfhaut eine schlechtere Heilungschance auf. Sie sind bei der Diagnosestellung oft dicker und größer als Melanome an anderen Stellen. Je dicker ein Melanom gewachsen ist, desto eher kann es sich absiedeln und sich lebensbedrohlich auswirken. 

Wie sieht heller Hautkrebs aus?

Aber nicht nur Melanome können sich an der Kopfhaut entwickeln. Viel häufiger entsteht der helle Hautkrebs im Bereich des Gesichts und auch am behaarten Kopf. Der helle Hautkrebs hat seinen Namen nicht daher, weil er hell oder oder gar weiß wäre. Die Bezeichnung dient eher dazu ihn vom schwarzen Hautkrebs abzugrenzen. Der Name „heller Hautkrebs“ stellt einen Sammelbegriff für bösartig Tumoren der Oberhaut (Epidermis) dar. Zu den häufigsten Formen des hellen Hautkrebs zählen das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom der Haut (Spinaliom). Das Basaliom siedelt sich fast nie ab, aber kann zerstörend in Fettgewebe, Muskeln, Blutgefäße und sogar in den Tränenkanal einwachsen. Das Spinaliom kann sich ab einer bestimmten Tumordicke in das Lymphsystem absiedeln und lebensgefährlich werden. 

Nach welchen Merkmalen sollte der Friseur schauen?

Gefährlich können folgende Hautmale sein:

  • Die neu entstanden sind
  • Die eine dunkle oder rötliche Farbe aufweisen
  • Die wie eine Wunde oder ein Hautentzündung (z. B. wie ein Ekzem) aussehen und nicht innerhalb von 4-6 Wochen abheilen

Keiner erwartet, daß Friseure eine subtile Diagnose stellen, aber sie können auffällige Hautmale oder Veränderungen in Hautmalen erkennen und Ihre Kunden zu einem Besuch beim Dermatologen motivieren. Auch die Kunden selbst sollten ihre Friseure explizit darum bitten, dass sie ihre Kopfhaut auf Auffälligkeiten untersuchen. 

Wie sollten Friseure ihre Kunden auf auffällige Pigmentmale hinweisen? Sicher nicht indem sie Panik schüren und ihren Kunden angstvoll nach Hause schicken. Allerdings sollten sie auch nicht einfach die Unbedenklichkeit von Hautmalen bescheinigen. Durch offene Fragen können Friseure ihre Kunden auf verdächtige Hautmale hinweisen und zu einem Besuch beim Dermatologen motivieren.

Gute Formulierungen sind beispielsweise: „Kennen Sie diese Hautmal schon?“, „Haben Sie diese Veränderung schon einmal einem Dermatologen gezeigt?“

Der Friseur kann das Hautmal dem Kunden mit einem Spiegel zeigen oder ein Foto mit dem Smartphone anfertigen. 

Wenn Friseure aufmerksam die Kopfhaut ihrer Kunden betrachten, können sie gegebenenfalls Leben retten.