Corona Info - ACHTUNG: UNSERE ZUGANGSREGELN 

Liebe Patientinnen und Patienten,

wir sind wie gewohnt für Sie da und untersuchen und behandeln Sie in unserem gesamten Leistungsspektrum.

Sie können sich wie gewohnt sicher fühlen.

Wir nutzen unsere großzügigen Räume optimal und achten wie immer sorgfältig auf alle Hygienemaßnahmen. Es stehen Ihnen nun drei große Aufenthaltsbereiche zur Verfügung. Im Obergeschoss haben wir einen ganz neuen Aufenthaltsbereich entstehen lassen.

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Rheinland-Pfalz schreibt vor, dass Sie in den Aufenthaltsbereichen einen FFP2-Mundschutz tragen und sich beim Betreten der Praxis die Hände desinfizieren. Wir haben Desinfektionsmittelspender für Sie bereitgestellt.

Um die Wartezeiten in der Praxis zu verkürzen, muss Ihr Termin vorher vereinbart werden. Sie können Ihren Termin einfach online buchen oder auch stornieren.

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Keloide entfernen, hypertrophe Narben behandeln

Von Dr. med. Robert Kasten
Keloide entfernen

Keloide und hypertrophe Narben: unter diesen Begriffen versteht man rötliche, wuchernde Narben, die oft Schmerzen oder Juckreiz verursachen. Häufig treten diese Veränderungen im Bereich des Dekolletes, der Schulter und des oberen Rückens, sowie an den Ohrläppchen auf. 
Wer unter diesen krankhaften Narben leidet, erfährt meistens eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Auch geringe Berührungen der Naben können sehr unangenehm werden. Beispielsweise kann es fast unerträglich sein, dass ein Sicherheitsgurt im Auto über diese Narben reibt.

Keloide entfernen, hypertrophe Narben behandeln

Der Grund, daß diese krankhaften Narben entstehen liegt in einer dauerhaften, chronischen Entzündung in den unteren Anteilen der Lederhaut.
Dies zeigt sich in einer verstärkten Bildung von Blutgefäßen, einer erhöhten Konzentration an Macrophagen, Mastzellen und T-Lymphozyten und einer verstärkten Freisetzung von entzündungsfördernden Eiweißen wie zum Beispiel Interleukin-6 und TGF-β1.
 

Der Unterschied zwischen hypertrophen Narben und Keloiden liegt darin, daß Keloide sich weit über die ursprüngliche Stelle ausdehnen und ein besonderes feingewerbliches Muster aufweisen. Keloide wachsen zudem fortwährend weiter und treten nach einer alleinigen Exzision regelhaft erneut auf. 
Allerdings gibt es Mischformen zwischen hypertrophen Narben und Keloiden, so daß man inzwischen davon ausgeht, daß Keloide eine Maximalform einer krankhaften, überschießenden Narbenbildung darstellen.
 

Bei vielen Patienten besteht eine genetische Neigung zu Narbenwucherungen. Manche weisen zahlreiche nach kleineren Entzündungen oder sogar spontan entstehende Keloide oder hypertrophe Narben auf.
Von wichtigster Bedeutung sind eine frühe Diagnose und Behandlung, um beginnende Keloide oder hypertrophe Narben erfolgreich zu behandeln.
Den größten äußeren Einfluss auf die Entstehung von Narbenwucherungen haben eine erhöhte Wundspannung sowie eine Belastung mit Zug oder Druck in der Wundheilungsphase.
 

Was beeinflusst noch die Bildung von Narbenwucherungen?
Schwere körperliche Aktivität und Sport, scharf gewürzte Speisen und warme Bäder können zu einer verstärkten Durchblutung und einem Juckreiz der Narben führen und die Narbenwucherungen fördern.
Zudem wird vermutet, dass Östrogene und ein erhöhter Blutdruck die Narbenbildung fördern können.
 

Es gibt in manchen Familien eine Neigung zu einer verstärkten Narbenwucherung. 
Kombinationstherapie aus Kristallkortikoiden, Injektionen, Vereisung und IPL oder einem Laser, der auf die Blutgefäße wirkt
Zwischen den Behandlungssitzungen sollte ein stark wirksames Kortikoid, wie zum Beispiel Clobetasolpropionat unter einem okklusiven Verband aufgetragen werden.
 

In England und in Japan gibt es Kortikoid-haltige Pflaster, die einfach auf die Narben aufgeklebt werden können. Der Wirkstoffnamen lauten: Deprodone propionate für das Produkt aus Japan und Fludroxycortide für das englische Pflaster. Wirksamer ist das japanische Pflaster, das aber aus logistischen und rechtlichen Gründen in bei uns nicht zu erhalten ist.

In Deutschland verwenden wir eine Kortikoid-haltige Creme, die unter einem Silikonverband einwirkt. Die Anwendung dieser Pflaster oder Verbände erfolgt über Monate bis Jahre. 
 

Es gibt Studien, die die Wirksamkeit der Antikrebsmedikamente Bleomycin und 5-Fluorouracil bestätigen. Diese Behandlungsmethoden setzen wir nicht ein, gar nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Substanzen auch in den Körper gelangen und dort Langzeitfolgen nach sich ziehen können.

Bei der Exzision wird darauf geachtet, daß die neu entstehende Wunde mit einer geringen Spannung verschlossen wird. 
Die Bestrahlung erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden nach der OP und wird in mehrere Sitzungen aufgeteilt. 
Das Risiko einer Entartung durch die Strahlentherapie wird als gering eingeschätzt.

Es gibt einige Berichte, daß Botulinumtoxin, das in die Keloide injiziert wird, die Entzündungssymptome lindern und Keloide abflachen kann. 
 

Literatur

O'Reilly S, Crofton E, Brown J, Strong J, Ziviani J. Use of tape for the management of hypertrophic scar development: A comprehensive review. Scars Burn Heal. 2021 Jul 12;7:20595131211029206. doi: 10.1177/20595131211029206. PMID: 34290886; PMCID: PMC8278453.

Ogawa R. The Most Current Algorithms for the Treatment and Prevention of Hypertrophic Scars and Keloids: A 2020 Update of the Algorithms Published 10 Years Ago. Plast Reconstr Surg. 2022 Jan 1;149(1):79e-94e. doi: 10.1097/PRS.0000000000008667. PMID: 34813576; PMCID: PMC8687618.

Bi M, Sun P, Li D, Dong Z, Chen Z. Intralesional Injection of Botulinum Toxin Type A Compared with Intralesional Injection of Corticosteroid for the Treatment of Hypertrophic Scar and Keloid: A Systematic Review and Meta-Analysis. Med Sci Monit. 2019 Apr 22;25:2950-2958. doi: 10.12659/MSM.916305. PMID: 31006769; PMCID: PMC6489528.

Kim DY, Park HS, Yoon HS, Cho S. Efficacy of IPL device combined with intralesional corticosteroid injection for the treatment of keloids and hypertrophic scars with regards to the recovery of skin barrier function: A pilot study. J Dermatolog Treat. 2015 Oct;26(5):481-4. doi: 10.3109/09546634.2015.1024598. Epub 2015 Sep 4. PMID: 25816122.

Shaarawy E, Hegazy RA, Abdel Hay RM. Intralesional botulinum toxin type A equally effective and better tolerated than intralesional steroid in the treatment of keloids: a randomized controlled trial. J Cosmet Dermatol. 2015 Jun;14(2):161-6. doi: 10.1111/jocd.12134. Epub 2015 Mar 24. PMID: 25810045.

Huang C, Ogawa R. Keloidal pathophysiology: Current notions. Scars Burn Heal. 2021 May 31;7:2059513120980320. doi: 10.1177/2059513120980320. PMID: 34158973; PMCID: PMC8186109.

Nangole FW, Agak GW. Keloid pathophysiology: fibroblast or inflammatory disorders? JPRAS Open. 2019 Dec;22:44-54. doi: 10.1016/j.jpra.2019.09.004. Epub 2019 Nov 5. PMID: 32051841; PMCID: PMC7015170.