Hautlappenplastiken

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Dr. med. Kasten Hautmedizin GmbH
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Hautlappenplastiken - Eine Übersicht

Was versteht man unter Hautlappenplastiken?

Was versteht man unter Hautlappenplastiken?

Bei einer Hautlappenplastik wird eine Wunde durch Haut, Unterfettgewebe und gelegentlich Muskulatur aus einer Spenderregion des selben Menschen verschlossen.

Der Unterschied zu einem Hauttransplantat besteht darin, dass der Hautlappen eine Verbindung zu seiner Spenderregion behält.

Eine Ausnahme sind Rundstiellappen, bei denen der Stiel später durchtrennt wird.

Wann werden Hautlappenplastiken verwendet?

Der Dermatochirurg, ein in der Hautchirurgie ausgebildeter Facharzt für Dermatologie, setzt Hautlappenplastiken vorwiegend zur Wiederherstellung von Wunden nach der Entfernung von Tumoren ein. Sie dienen dazu, Wunden ohne starke Zugkräfte zu verschliessen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Haut freipräpariert, also von ihren Anhebungen gelöst. Bei den komplizierteren, schwierigen Hautlappenplastiken werden zusätzliche Schnitte gesetzt, um die Kräfte auf eine größere Fläche zu verteilen.

Welche Anforderungen sollen Hautlappenplastiken erfüllen?

Bei der Wiederherstellungschirurgie achtet der Dermatologe darauf, dass die Funktion der Region erhalten bleibt. Das bedeutet zum Beispiel, dass im Bereich des Auges kein Tränenträufeln entsteht, dass der Mund gut geschlossen werden kann und dass die Nasenatmung nicht behindert wird.

Ein anderer wichtiger Faktor ist das kosmetische Ergebnis. Es sollten keine Verziehungen an freien Rändern, wie zum Beispiel an den Nasenflügeln auftreten. Außerdem darf die Spannung an den Wundrändern nicht so groß werden, dass Haut abstirbt oder dass Einsenkungen oder Aufwölbungen zurückbleiben.

Der Dermatochirurg wählt die Verschlusstechnik, die diese beiden Anforderungen erfüllt. Sehr oft lassen sich mit Lappenplastiken die besten Ergebnisse erzielen.

Welche Vorteile haben Hautlappenplastiken?

Die allermeisten Hautlappenplastiken zählen zu den Nahlappenplastiken. Das bedeutet, daß Haut aus der direkten Umgebung der Wunde in den Defekt verlagert wird.

Selten werden regionale Lappen oder Fernlappenplastiken eingesetzt. Ein Beispiel für einen regionalen Lappen wäre der Verschluß einer Nasenwunde mit einem Hautlappen von der Stirn.

Bei einer Fernlappenplastik wird zum Beispiel Gewebe von der Leiste auf eine Wunde an der Hand verpflanzt.

In der Dermatochirurgie werden fast ausschliesslich Nahlappen eingesetzt

Dehnungslappenplastik, Mobilisationslappenplastik, einfache Hautlappenplastik

Hierbei werden die Wundränder von ihren Anheftungen in der Tiefe gelöst, so dass sie sich ohne große Kraft zusammen fügen lassen.

Schiebelappenplastik (Verschiebelappen)

Bei dieser Methode werden in der Wundumgebung zusätzliche Schnitte ausgeführt, damit die Wundspannung auf eine größere Fläche verteilt werden kann. Die Haut wird in die Wunde geschoben, dies kann von einer Seite oder von mehreren Seiten erfolgen. Die zusätzlichen Schnitte werden möglichst in die Hautspaltlinien gelegt, damit die Narbe später weniger auffällt.

Die O-U Lappenplastik zählt zu den typischen Verschiebelappenplastiken. Manchmal entstehen dabei Aufwölbungen, so genannte dogears, die meist durch eine spezielle Naht Technik abgeflacht werden können. Manchmal werden die dogears jedoch auch über einen kleinen Schnitt entfernt.

Rotationslappenplastik (Drehlappenplastik)

Transpositionslappenplastik (Schwenklappenplastik)

Zu diesen Lappenplastiken zählen zum Bespiel die Z-Plastik, der Rhomboidlappen und der bilobed flap. Bei dieser Methode wird Haut umschnitten und über gesunde Hauthinweg in die Wunde gehoben. Dadurch kann zum Beispiel am Haut von der gut verschieblichen Wange in eine Wunde an der Nase gehoben werden.

Stiellappenplastik (Gleitlappenplastik)

Bei diesem Verfahren wird ein Stiel präpariert, an dem der Lappen in die Wunde geschwenkt wird. Der Stiel hat die Aufgabe, den Lappen zu durchbluten. Er kann aus Blutgefäßen im Unterhautfettgewebe oder aus Blutgefäßen in der Muskulatur versorgt werden. Man spricht dann von einem subkutan gestielten Lappen oder einem muskulär gestielten Lappen.

Stiellappenplastiken können zum Beispiel an der Nase eingesetzt werden. Hierbei kann der Musculus nasalis als Stiel dienen.

Abbildungen von Hautlappenplastiken

Verschiebelappenplastik Skizze
© Dr. med. Robert Kasten
Bei einer Verschiebelappenplastik wird Haut in einen Wunddefekt geschoben
Rotatitionslappenplastik Skizze
© Dr. med. Robert Kasten
Bei einer Rotationslappenplastik wird Haut in den Wundefekt gedreht
Transpositionslappenplastik Skizze
© Dr. med. Robert Kasten
Bei einer Transpositionslappenplastik wird Haut in den Wundefekt über ein anderes Areal geschwenkt

Klinische Beispiele von Hautlappenplastiken

Mobilisationslappenplastik, Dehnungsplastik
© Dr. med. Robert Kasten
Einfache Hautlappenplastik: Dehnungslappenplastik, nach Mobilisation der Wundränder
Rotationslappenplastik am Nasenrücken mit OP Ergebnis
© Dr. med. Robert Kasten
Bei dieser Rotationslappenplastik an der Nase wird die Wunde ohne Zug auf die Nasenspitze oder auf die Nasenflügel verschlossen.
Transpositionslappenplastik (Schwenklappenplastik)
© Dr. med. Robert Kasten
Bei dieser Schwenklappenplastik wurde Haut von der Wange auf die Nasenseite geschwenkt.
Muskulär gestielter Lappen an der Nase
© Dr. med. Robert Kasten
Der Wundverschluß erfolgt mit einem Gleitlappen, der an einem Muskelstiel in die Wunde an der seitlichen Nasenspitze gleitet.
Muskulär gestielter Lappen an der Nase
© Dr. med. Robert Kasten
Das OP Ergebnis direkt nach dem Wundverschluß und nach 3 Monaten