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Rosazea

Was versteht man unter einer Rosazea?

Dr. med. Kasten: Die Rosazea, im Volksmund auch Kupferrose, Couperose, Kupferfinne oder Rotfinne genannt, ist eine häufige, entzündliche Hauterkrankung des Gesichts oder Decolltes und weist einen chronischem Verlauf auf. Sie verläuft in Schüben und kommt vorwiegend im mittleren Erwachsenenalter vor mit einem Häufigkeitsgipfel im 4. und 5. Lebensjahrzehnt. Sie kann aber auch schon in jüngeren Jahren beginnen.

Die Rosazea entsteht nach und nach in Etappen über mehrere Jahre. Obwohl etwa 5-7% der Bevölkerung unter dieser Hauterkrankung leiden, wird sie oft nicht oder nicht rechtzeitig erkannt und behandelt. Die Rosazea ist nicht ansteckend.

Was ist die Ursache der Rosazea?

Dr. med. Kasten: Bei der Rosazea ist besteht eine Überempfindlichkeit der Blutgefäße im Gesicht und im Decollte.  Meist besteht eine erbliche Vorbelastung. Eine Abnormalität der die Gesichtshaut versorgenden Blutgefäße führt dazu, dass sogenannte „Trigger“ wie Keimbesiedlung, Vitaminmangel, Stress, Hitze, Sonne, Tee, Kaffee, Alkohol, scharfe Gewürze und hautreizende Substanzen und Kosmetika  zu einer Rötung und später zu erweiterten Adern und Eiterpusteln führen.

Wie sieht das typische Erscheinungsbild der Rosazea aus?

Dr. med. Kasten: Hauptsächlich betroffen sind die Hautpartien um Nase, Wangen, Kinn und Stirn, gelegentlich aber auch Hals und Decollete. Es kommt durch Erweiterung der Blutgefäße zu Rötungen, die zunächst nur ein paar Stunden, später auf Dauer bestehen. Kleinste Äderchen dehnen sich aus und werden sichtbar (Teleangiektasien). Es entwickeln sich entzündliche Knötchen und eitrige Pusteln. Im weiteren Verlauf werden die knotigen Veränderungen großflächiger bis zu einer Vermehrung des Bindegewebes. Im Spätstadium kann es bis zu einer grotesken Vergrößerung der Nase, zu einer sog. Kartoffelnase (Rhinophym) kommen. Bei etwa 50% der Patienten tritt zusätzlich eine Bindehautentzündung der Augen auf.

Wie verläuft die Rosazea?

Dr. med. Kasten: Die Rosazea verläuft normalerweise über mehrere Jahre mit einem sich chronisch verschlechternden Krankheitsbild. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung kann dem entgegengewirkt werden. Eine frühe und regelmäßige ärztliche Therapie kann den Verlauf der Rosazea günstig beeinflussen und zur völligen Abheilung führen.

Wie behandelt man die Rosazea?

Dr. med. Kasten: Je nach Schweregrad und Stadium der Erkrankung stehen dem behandelnden Arzt verschiedene äußerlich aufzutragende oder innerlich einzunehmende Medikamente zur Verfügung. Eine Besserung der Erkrankung ist bei den meisten Patienten 1 bis 3 wochen nach Therapiebeginn zu erwarten. Bitte verwenden Sie keine weiteren Medikamente ohne Anweisung Ihres Arztes und führen Sie die Behandlung so lange fort, wie es Ihr Arzt für erforderlich hält.

Eine moderne, meist gut wirksame Behandlung stellt die IPL-Therapie dar. Hierbei werden die Hautveränderungen (Pusteln, Papeln, erweiterte Gefäße) mit einer hochenergetischen Lichtquelle behandelt. Die Überempfindlichkeit der Blutgefäße wird so verrringert. Dies ist die einzige Behandlung, die an einer Ursache der Rosazea ansetzt. Neben der medikamentösen Behandlung ist das richtige Verhalten der Betroffenen und das Vermeiden von auslösenden Faktoren wichtig. Den Behandlungserfolg können Sie also durch Ihre aktive Mithilfe unterstützen.

Was sollte man meiden, wenn man Rosazea hat?

Dr. med. Kasten:

  • Extreme klimatische Schwankungen wie Hitze, Kälte oder Wind
  • Zu heiße oder zu kalte Bäder
  • Heiße oder zu viele alkoholische Getränke sowie scharfe Gewürze
  • Pflegeprodukte auf alkoholischer Basis und andere hautreizende Produkte (z.B. After shaves)
  • Stress
  • Intensive Sonne, UV-Licht

Wie pflege ich meine Haut?

Dr. med. Kasten: Die meisten Patienten mit Rosazea haben eine sehr empfindliche Haut. Sie sollten folgende Kosmetika verwenden:

  • Milde Reinigungsmittel, z.B. Reinigungsmilch, Reinigungstücher
  • Nicht hautreizende und nicht fettende Feuchtigkeitscremes
  • Nicht fettendes Make-up
  • und eine Sonnenschutzcreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor bei enem Aufenthalt in der Sonne

Ihr Dr. med. Robert Kasten und Ihre Dr. med. Julia Kasten