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Botox in der Schwangerschaft?

Dr. med. Robert Kasten

01.07.2017| Dr. med. Robert Kasten, Facharzt für Dermatologie (Hautarzt) in Mainz

Botoxbehandlungen in der Schwangerschaft führen nach der aktuellen Datenlage nicht zu einer Gefährdung des ungeborenen Kindes. In unserer Praxis führen wir in der Schwangerschaft jedoch keine kosmetischen Behandlungen durch.

Schwangerschaften erfolgen heute später, überschneiden sich mit kosmetischen Botoxbehandlungen

In der heutigen Zeit erfüllen sich Frauen ihren Kinderwunsch oft in einem späteren Lebensalter. Viele haben dann schon eine kosmetische Botoxbehandlung begonnen, die sie gerne fortführen möchten. Sie fragen sich dann, ob dies auch in der Schwangerschaft möglich ist.

Botox wirkt am Ort der Behandlung

Das Arzneimittel Botox besteht aus einem Eiweiß, das am Ort der Anwendung wirkt. Bei einer medizinischen oder kosmetischen Anwendung injiziert der Arzt das Medikament in die Haut oder in Muskeln um deren übermäßige Anspannung zu verringern. Botox entfaltet sein heilende oder kosmetische Wirkung vorwiegend am Ort der Injektion. Wirkungen auf den ganzen Körper sind äußerst selten. 

Um zum Embryo zu gelangen, müsste das Medikament die Plazentaschranke überwinden

 Das Kind im Mutterleib wird durch die sogenannte Plazentaschranke vor schädlichen Einflüssen geschützt. Diese Schranke wirkt wie ein Filter, der schädliche Substanzen herausfiltert. 

Keine Studien in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft werden grundsätzlich keine Studien durchgeführt, bei denen Medikamente auf ihre Sicherheit getestet werden. Deshalb stützt sich die Beurteilung der Verträglichkeit auf die klinische Beobachtung und Nachbeobachtung, wenn ein Medikament absichtlich oder unabsichtlich in der Schwangerschaft gegeben wurde. 

Erfahrungen mit wissentlicher oder unwissentlicher Anwendung 

Bei den veröffentlichten Anwendungen von Botox in der Schwangerschaft ist es bisher nicht einer Beeinträchtigung des Kindes gekommen. In den USA wurden Ärzte zu ihren Erfahrungen mit der Anwendung von Botox bei Schwangeren befragt. Von 396 Ärzten hatten 12 Ärzte zum Teil wissentlich Botox in der Schwangerschaft verabreicht. Bei den 16 betroffenen Schwangerschaften kam es zu keinen Fehlbildungen.

Botox wird häufig zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt.

Ärzte verwenden Botox viel häufiger zur Behandlung von Krankheiten als für kosmetische Verbesserungen. Bei den medizinischen Therapien werden viel höhere Dosen als bei den kosmetischen Behandlungen eingesetzt. Inzwischen finden sich zahlreiche Fallberichte über die medizinische Anwendung von Botox in der Schwangerschaft bei unterschiedlichen Krankheiten. Nicht selten wurde Botox bewußt injiziert, zum Beispiel um eine Operation zu verhindern. Bei all diesen Fallberichten wurden gesunde Kinder geboren.

Fazit

Die Daten der Untersuchungen lassen darauf schließen, daß eine Anwendung von Botox die Schwangerschaft nicht gefährdet. Eine Schwangerschaft muß daher nach einer Botoxbehandlung nicht abgebrochen werden. 

In unserer Praxis führen wir in der Schwangerschaft keine kosmetischen Behandlungen durch. Wir möchten, daß Schwangerschaften möglichst sicher ablaufen. Die kosmetischen Behandlungen in unserer Praxis weisen zwar ein hohes Sicherheitsprofil auf. Selten aber können zum Beispiel Schwellungen und Entzündungen auftreten. In der Schwangerschaft stehen deutlich weniger Behandlungsmöglichkeiten für diese Veränderungen zur Verfügung, so daß möglicherweise nicht die optimale Therapie möglich wäre. Deshalb  erfolgen in unsere Praxis auch keine Botoxbehandlungen in der Schwangerschaft. 

Galeriebilder:

Dr. Robert Kasten Hautarzt in Mainz